23. Oktober 2019

Wanderung in der südöstlichen Fränkischen Schweiz von Hiltpoltstein bis kurz vor Bieberbach

Wanderung in der südöstlichen Fränkischen Schweiz von Hiltpoltstein bis kurz vor Bieberbach | 37,1 KM

Alle durchwanderten Orte: Hiltpoltstein | Wolfsberg | Untertrubach | Großenohe | Thuisbrunn | Egloffstein | Geschwand | Bärnfels | Bieberbach

Der 2. Tag

Von Hiltpoltstein bis Bieberbach

Handynutzer
Infos zur
Fränkische Schweiz Wanderung
Start/ZielPegnitz/Mühlweg - Anfahrt über BAB9
RoutePegnitz, Plech, Spies, Wildenfels
Strahlenfels Hiltpoltstein, Wolfsberg,
Untertraubenbach , Großenohe, Thuisbrunn,
Egloffstein, Geschwand, Bärnfels , Bieberbach
Wichsenstein , Gössweinstein , Behringersmühle,
Pottenstein, Pegnitz
GPX-Track
14 Downloads
Der GPX-Track dokumentiert die Gesamtlänge der Tour
DauerDrei Tage mit übernachtung beim Pfad
Länge110 Kilometer
Aufstieg2275 Höhenmeter
SchwierigkeitMittelschwer, hohe Anforderung an Kondition
Teilweise starke Anstiege
KategorieMittelgebirgswanderung, Rundwanderung
WegeGleiche Anteile an Pfade,
Wirtschaftswege und geteerte Wege
Handynutzer

Bis zur Spießmühle

Leicht gefroren hat es mich ab und zu diese Nacht. Yuki schlief unter dem Tarp gleich neben mir auf der Unterlage Frischer Kaffee und Käsebrot, Yuki bekommt seine Ration an Hundefutter. Es ist schön dieses freie Leben, wenn es auch nur kurz dauert. Ich packe zusammen, starte das Navigationsgerät und schon sind wir wieder auf unserm Pfad unterwegs. Wir durchqueren Hiltpoltstein am Samstagmorgen, die Bewohner scheinen noch zu schlafen denn die Straßen sind leergefegt! Der Weg führt uns entlang einer Versuchsobstplantage des Landkreises Forchheim. Wir laufen durch dichte Laubwälder und freie Naturflächen, bizarre Felsformationen tauchen immer wieder unerwartet vor uns auf, wir bewundern und bestaunen sie! Es geht durch das Trubachtal, vorbei am Wolfsberg mit seinen Felsentürmen. Nach Untertrubach macht unser Weg eine weite Schleife um den “Burggrafenfels“, der Weg führt weiter über Großenohe und nach Thuisbrunn.

Die auf dem Navigationsgerät vorgegebene Route ist oft sehr ungenau, sie lässt mich viele Wege erst vor dann wieder zurück gehen. Am einfachsten wäre es gewesen wenn ich mich an die Beschilderung der Wanderroute „5 Tage durch die südöstliche Fränkische Schweiz“ gehalten hätten. Ein langgestreckter Pfeil, dunkelgrün umrandet und einer dunkelgrünen „5“ in der Mitte. Dieser Wegweiser weist kontinuierlich den Weg. Die Luft ist warm, die Wälder um uns leuchten in den herrlichsten Farben. Die Sonne scheint vom stahlblauen Himmel, es fühlt toll an. Auf einer Anhöhe nach Untertrubach ist Platz für die erste Rast an diesem Tag. Eine Bank am Waldrand im herrlichsten Sonnenschein und unter alten Kirschbäumen ist gleich in der Nähe. Es ist schön dass es Menschen gibt die diesen „Baumveteranen“ weiterhin die Möglichkeit geben weiterzuleben. Ein einziger dieser alten Kirschenbaum kann bis zu 300 verschiedene Tierarten beherbergen oder ihnen Nahrung bereitstellen.

Historische Orte und durch Hilpoltstein

Meisen klettern im Geäst, in den ausgefaulten Astlöchern, die sich in alten Obstbäumen einstellen, nisten Kleiber, Stare und andere Vögel. Ich baue mein Tarp auf um es gut zu trocken, der Schlafsack wird bei dieser Gelegenheit auch in die Sonne gelegt. Yuki und ich haben bereits einen großen Teil unseres Proviants verzehrt, wir müssen bei passender Gelegenheit für Nachschub sorgen. Ich fühle mich wie „Gott in Frankreich“ auf der Bank im Sonnenschein beim „Nudelsuppe“ essen und genieße die Zeit intensiv. Nach Großenohe lässt sich das ausgeklügelte Stau- und Wasserrückhaltesystem der „Spießmühle“ bestaunen.
Wir wandern im Schatten von Erlen und Ahorn an diesem idyllischen Bachlauf entlang. Vor Egloffstein können Sie die Ruinen der Dietersbergkirche am Wegesrand bestaunen. Die Kirche wurde auf das Jahr 1473 datiert. Damals diente sie als Begräbniskirche von Egloffstein.

Ende des 17. Jahrhunderts hatte sie die Funktion einer Gemeindekirche, solange bis 1750 die neue Burgkapelle als Dorfkirche fertig gestellt werden konnte. 1803, mit der Verlegung des Friedhofs in den Ort, erlosch die Bedeutung der Dietersbergkirche als Begräbniskirche. Sie verfiel auch deshalb, weil die notwendigen Reparaturkosten zu hoch wurden. Im Jahr 1971 begann die Familie Preis mit der Ausgrabung. Am 2. September 1973 konnte die Kirchenruine eingeweiht und damit der Öffentlichkeit erneut übergeben werden. Ein schlichtes Holzkreuz im ehemaligen Altarraum und einige Mauerreste erinnern heute an die Bedeutung dieses Ortes.
Unser Weg geht weiter nach Egloffstein. In Egloffstein laufen wir durch enge Gässchen erst hoch zur Burg, die malerisch auf einer Felsnase über dem Trubachtal thront. Sie ist seit dem 11. Jahrhundert Stammsitz der Freiherrn von und zu Egloffstein und sie gehört zu den Wahrzeichen der romantischen Fränkischen Schweiz

Einige Bilder der Tour

Die Vorräte werden knapp

Unter uns braust der Verkehr dahin und wir bestaunen ein paar Minuten schweigend den unglaublich schönen Ausblick von der Burg Egloffstein hinunter ins Trubachtal. Den Burgberg verlassen wir über schmale Gassen und Pfade. Dort am Ortsende von Egloffstein entspringt eine Quelle frischen, klaren Wassers dem Berg. Natürlich nehmen wir die Gabe dankend an und ich befülle meinen Wasserbeutel. Yuki geht „baden“ sie stellt sich gleich ganz in den kleinen Bach um schön trinken zu können. Dann geht es mächtig in die Steigung, neben dem Wanderweg brausen die Motorräder den Berg hoch. Bei Dörfles queren wir die Landstraße und steigen dann noch weiter durch schöne Laubwälder hoch. Jeder Schritt ist ein Genuss, lässt das Herz hüpfen, so tief gehen die Empfindungen an diesem Ort. Oben befindet sich das Dorf „Geschwand“ und ich hoffe dort unsere Vorräte zu ergänzen zu können. Leider befindet sich kein

Supermarkt oder eine Tankstelle im Ort. Wir laufen weiter nach „Bärenfels“, dort steht schon wieder eine Burgruine im Ort. Es ist wieder spät geworden. Im Focus jetzt unter anderem die Suche nach einem geeigneten Schlafplatz. Doch zunächst geht es über Feldwege und durch kleinere Waldgebiete weiter bis kurz vor Bieberbach (Stelle mir die Frage: Woher dieses Dorf seinen Namen hat? Einen Bach wo Bieber leben könnten gibt es auf dieser karstigen Hochfläche weit und breit nicht!)
Dann, etwas abseits vom Weg und inmitten eines kleinen Laubwaldes steht ebenes Gelände zur Verfügung. Ich baue das Tarp dort auf. Später überlege ich ob ich nicht die letzten Sonnenstrahlen genießen und deshalb das Lager am Waldrand aufschlagen sollte? Doch die Bequemlichkeit lässt es nicht zu, ich bin nach 37 anstrengenden Kilometern viel zu müde um das Lager nochmal zu verlegen und habe gut getan das nicht zu tun!

So, gibt es noch Nudelsuppe und für Yuki den letzten Rest Hundefutter. Ich kuschele mich in den Schlafsack, Yuki liegt mir zu Füssen. Ich lasse mir die Abendeuer des vergangenen Tages durch den Kopf gehen und schlafe ein.

Der Start der Wanderung