21. Oktober 2020

Der Franziskus Weg von Pietralunga bis Gubbio

Noch schnell die Sachen trocknen

Der Franziskus Weg von Pietralunga bis Gubbio | 35,5 km

Der 7. Tag

Pietralunga bis Gubbio

Ein schöner Tag beginnt

Nass und kalt, wie fast immer auf dieser Wanderung, so ist das Außenzelt auch an diesem Morgen. Nach dem Frühstück stopfe ich das Teil wieder in eine extra Plastiktüte, damit ich diese Nässe nicht noch zusätzlich im Rucksack verteile. Und schon bald gehen wir in die Richtung „unseres“ Franziskusweges! Es verspricht ein schöner Tag zu werden, die Sonne beginnt höher zu steigen nur wenige

Wolken befinden sich am Himmel, die Temperatur wird angenehme 15°C erreichen. So komme ich also von „meinem Hügel“ herunter und befindet mich wieder auf der geteerten kleinen Straße die, die kleinen Weiler und Ansiedelungen verbindet. So geht es die ersten Fünf Kilometer gemächlich dahin, die Straße folgt den Konturen des Geländes – Felder, Wiesen und Hecken grenzen an ihr.

Es geht gut voran

Das Wandern in dieser Landschaft ist ein Vergnügen

Dann wird der Pfad wieder einmal zur ungefestigten Piste, die sich in Serpentinen auf einen 665 hm hohen Berg schlängelt. Oben sehe ich eine Hinweistafel mit den Angaben in Stunden zu meinem anvisierten Ziel des Tages: „Nach Gubbio 4,40 Stunden“ steht darauf zu lesen.

Dann sind das so um die zwanzig Kilometer die noch zu gehen wären? Das wandern in dieser Landschaft, bei dem schönen Wetter ist ein wahres Vergnügen. Nach dem ersten Berg folgt sogleich ein zweiter der mit 766 hm noch etwas höher ist. Doch bis dahin habe ich noch über Bergrücken und durch menschenleeres Gebiet zu gehen.

Traumhafte Landschaft

Fast hinter jeder Kurve tut sich ein zauberhafter Ausblick auf

Fast hinter jeder Kurve tut sich ein zauberhafter Ausblick auf die umliegenden Bergketten und den weiter entfernten, größeren Gipfel auf. Allmählich geht es in einem langen Gefälle wieder bergab, bis die Berge schließlich hinter uns liegen und wir nach einer langen Ebene „Gubbio“ erreichen. Entlang der Ebene wird unser Pfad von Häusern und kleineren Bauernhöfen gesäumt. Manches mal kann der Pilger seinen Durst an einer der Wasserstellen die entlang des Weges bereitstehen stillen. Aus ihnen fließt frisches, kühles Quellwasser.

Es war nicht angenehm die vielen Kilometer auf den geteerten Straßen zu gehen und so bin ich froh das Stadtzentrum von Gubbio erreicht zu haben. Dann wurde mein Wunsch zur Wirklichkeit! Ziemlich in der Stadtmitte befand sich ein kleines Cafe. Dort konnte ich draußen, in der Sonne sitzen. Die Besitzerin kam dann auch sogleich um sich nach meinen Wünschen zu erkundigen. Da es gewisse Verständigungsschwierigkeiten gab brachte die freundliche Frau ihre Speisen zur Ansicht an den Tisch.

Wasserstelle für den Pilger

Sehr viele der Anwesen hier, haben wieder mehrere, meist kleinere Hunde als „Aufpasser angestellt“. Sie verbringen dösend den Tag vor der eigenen Türe und werden immer dann erst wach als sie uns beim vorbeilaufen bemerkten. Hurtig sprangen sie sogleich auf die Straße um wütend und gefährlich zu bellen und zu knurren Manche der kleinen Kerle waren durchaus aber auch mit “guten Absichten” unterwegs und es kam zwischen den Hunden zu freundlichen Begegnungen. Bei den weniger freundlichen Exemplaren ließ sich Yuki nicht aus der Fassung bringen. Die kleinen Biester ignorierend läuft sie an meiner Seite dahin.

Nette Bewirtung in Gubbio

Da Yuki und ich regelrecht ausgehungert waren gab ich ihr zu verstehen, das sie uns gleich alles da lassen kann und mir dazu einen Kaffee bringen kann. Schön erstaunt fragte sie nochmal nach, ob ich wirklich alles hier behalten möchte? Ich gab ihr zu verstehen dass wir beide sehr hungrig sind und es durchaus in Ordnung geht wenn sie alles hier lässt. Sehr genoss ich die Abwechslung im Speiseplan.

Entspannt beobachte ich das Geschehen auf der Piazza und der Straße vor mir. Die fortgeschrittene Zeit mahnt uns schon wieder zum Aufbruch. Meine Idee war: Unseren Proviant nicht durch den Supermarkt am Stadteingang sondern erst durch den Supermarkt am Stadtausgang aufzustocken. Mal sehen ob das funktioniert? Der Markt sollte direkt am Wanderpfad liegen.

In Gubbio

Noch ein Einkauf im Supermarkt

So kommen wir nach ein paar Kilometern tatsächlich zum erhofften Einkauf im Supermarkt. Es ist ein ganz neuer Markt, der alles das hat wonach es uns gelüstet sogar selbstgemache Pizza haben sie im Angebot. Yuki wartet vor dem Markt und sie begrüß mich stürmisch als ich voll bepackt mit Lebensmitteln zurückkomme. Das „Straßen-Buffet“ ist wieder eröffnet. Gleich an Ort und Stelle beginnen

wir beide die Köstlichkeiten bei Sonnenschein zu verspeisen. Papp satt so wie schon lange nicht mehr fällt es mir tatsächlich schwer in meinen gewohnten Laufrhythmus zu kommen. Auf schnurgeradem Weg raus aus der Stadt und in Richtung der Vororte. Und es zieht sich wieder in die Länge. Jetzt am Nachmittag sehe ich viele Italiener die mit Nordic Walking Stöcken und mit viel Freude an der Bewegung, ihre Runden drehen.

Yuki vor dem Supermarkt

Nach dem Dorf Ponte D´Assi versuche ich einen Platz für mein Zelt zu finden

Nach dem Dorf Ponte D´Assi versuche ich einen Platz für mein Zelt zu finden. Zu nah an Häusern, zu nah an der Straßen, kein ordentlicher Untergrund usw. usw. Schließlich folge ich einer Eingebung und steige weg vom Pfad, hoch auf einen Hügel zu einigen Eichenbäumen. Super, genau hinter diesen Bäumen ist der Platz schön eben und hier bin ich auch noch vor unerwünschten Einblicken relativ gut geschützt,

obwohl um uns herum in verschiedenen Entfernungen einige Häuser stehen. Ich baue mein Lager auf und genieße den Sonnenuntergang und die Aussicht auf die unter mir, in einiger Entfernung liegende Stadt Gubbio in Abendstimmung. Die gegenüber liegenden Berge werden von der Sonne ein letztes Mal angeschienen und leuchten herüber. Schön ist es hier! Ich beschließe den Tag, höre mir noch ein Hörbuch an und schlafe dann ein.

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