21. Januar 2020

Der Franziskus Weg von Gualdo bis Badia Prataglia

Der Franziskus Weg von Gualdo bis Badia Prataglia | 32,1 km

Der 2. Tag

Von Gualdo bis Badia

Hoch zum Kloster Camaldoli

Alles nass und klamm! Die Außenhaut des Zeltes hängt durchnässt auf dem Innenzelt, der Schlafsack ist feucht. Doch sonst geht es gut! Habe ausreichend geschlafen, von den gestrigen Strapazen habe ich mich gut erholt. Erst mal Kaffee kochen und eine Kleinigkeit essen. Dann die nasse Zeltplane in eine extra Plastiktüte und das Innenzelt mit Gestänge in die Originalverpackung. Meine Utensilien sind schnell verpackt, mache so etwas schließlich nicht zum ersten Mal!

Das Navigationsgerät noch anschalten und es kann wieder los gehen. Wolken und Nebel hängen über den Bergen. Es geht wieder über rutschige und schmale Weg weiter nach oben durch diesen „Regenwald“. Der kurze und steile Anstieg ist schnell hinter uns gebracht, dann geht es hinunter auf 428 Höhenmetern und wir durchlaufen die Kleinstadt „Stia“. Auf den nächsten elf Kilometern habe ich 800 Höhenmeter zurückzulegen. Der Weg steigt nach Stia immer höher bis zum Kloster Camaldoli welches auf einem Pass auf 1227 Höhenmetern liegt.

Der Rucksack ist noch sehr schwer

Ach bin eigentlich noch immer viel zu schwer unterwegs! Die mitgenommen Schokolade und die Nüsse wiegen doch erheblich. Bin öfters am überlegen ob ich den ganzen Kram nicht einfach wegkippen sollte? Im Endeffekt kann ich mich dann doch nicht von den Sachen trennen – der Proviant wird sowieso jeden Tag immer weniger!

Es ist nach wie vor nasskalt und ich hatte bisher noch keine Möglichkeit gefunden meine Sachen zu trocknen. Die Sonne hat an diesem Tag einfach zu wenig Energie um die Wolken und den Nebel zu durchdringen! Ein Tourist beim Kloster fotografiert meinen Hund und mich eifrig. Gebe sicher ein abenteuerliches Bild ab – so wie ich im T-Shirt daherkomme

Die Wälder um dieses Kloster sind zu dieser Jahreszeit menschenleer und völlig einsam. Nebelschwaden und Dunst ziehen durch die halbdunklen Wälder, die Bäume glänzen feucht und dem Boden entströmt ein erdiger Geruch gemischt mit einer Brise von modrigen Laub. “Zu einer derartigen Kulisse muss man sich wirklich hingezogen fühlen!”

Wir erreichen die Kleinstadt Badia Pratagila

Nach dem Kloster führt der Weg zunächst kurz bergab, um danach brutal auf 1360 Höhenmetern anzusteigen, dieser Pass ist der höchst dieser Tour. Die Wegverhältnisse sind hier mehr als abenteuerlich – der Pfad führt auch schon mal auf einer Länge von einem Kilometer über kreuz und quer liegenden Eichenholzstämme die jemand auf den Weg geworfen hat. Leichte Kletterpassagen und scharfkantige Steine, dann wieder rutschiges Terrain. Der Pfad ist technisch anspruchsvoll, ich bin froh meine Stöcke bei mir zu haben – sie sind hier ein unentbehrliche Helfer. Wir steigen auf 787 Höhenmetern ab und erreichen die Kleinstadt Badia Pratagila.

Es gäbe hier die Möglichkeit Proviant zu zukaufen, oder in einer Bar einen Kaffee zu bestellen. Wir lassen beide Möglichkeiten aus, durchqueren den Ort um danach wieder in den Anstieg zu gehen. In einer langgezogenen Schleife erklimme ich den Hügel der immerhin 1170 Höhenmeter misst. Dann ist es schon wieder an der Zeit das Nachtlager aufzubauen. Ähnlich wie der Lagerplatz am Tag vorher sieht auch diese Örtlichkeit hier aus. Es ist Laubwald, der Boden ist auch mit einer dicken Laubschicht bedeckt. Ich baue das Zelt auf und lege mich hin, selbst zum Essen bin ich zu müde, nach diesem Tag.

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