16. September 2019

Der Hohenwarte-Seeweg von Hohenwarte nach Ziegenrück

Der Hohenwarte-Seeweg von Hohenwarte nach Ziegenrück

Die letzten 30 Kilometer des zweiten Tages sind leicht zu laufen

Der 2. Tag – Das Ende
Handynutzer
Infos zur
Thüringen Wanderung
RouteVon Klinkhardts Höhe (Hohenwarte)
bis Ziegenrück
GPX-Track
8 Downloads
DauerMit Pausen ca. 6:0h
Länge30 Kilometer
Aufstieg842 Höhenmeter
SchwierigkeitHohe Anforderung an Kondition,
technisch ohne Anspruch
KategorieMittelgebirgswanderung
PrädikatSehr Gut
Hinweis zur Verwendung des GPX-Tracks

Guter Start in den Tag

Die Nacht war entgegen meiner Erwartungen mild gewesen, mich hatte nicht gefroren und Niederschlag in der Form von Tau gab es hier oben auf dem Berg sowieso nicht. Yuki hatte mich wieder geweckt und als ich die Augen aufschlug sah ich am Horizont die Farben des Sonnenaufganges. Meine Uhr zeige halb sechs, so beschloss ich die Nacht zu beenden, Kaffeewasser heiß zu machen und, dabei noch immer in den Schlafsack gekuschelt, dem ergreifenden Farbenspiel des beginnenden Tages von meinem Logenplatz zu bestaunen. Schnell war das Wasser zum kochen gebracht und der Kaffee eingerührt, mein überschaubares Frühstück war schnell eingenommen.

Das bisschen Ausrüstung war dann auch noch rasch verstaut und so gingen wir pünktlich um sechs Uhr zurück auf unseren Pfad. Anfänglich fror ich erbärmlich beim Laufen, die Hände waren kalt und die Nase tropfte. So stieg ich von meinem Hügel herab um hinter der Staumauer auf dem Wanderweg in einer Schleife dem natürlichen Verlauf des Geländes zu folgen. Jetzt am Beginn der Rückwanderung ging es wirklich flott dahin, wir hatten zunächst keine Hindernisse in der Form von Anstiegen zu bewältigen. Ich sah noch einmal an meinem „Nachtberg“ hoch. Die Steilheit des Berges beeindruckt von der Ferne her gesehen noch mehr.

Eine Übersichtskarte

Nette Begegnungen auf dem Hohewarte Stausee Weg

Die Bäume warfen ihre Schatten in der aufgehenden Sonne und die Temperatur begann leicht anzusteigen. Die Bedingungen waren mehr als perfekt. Wir beide laufen mit dem Glück eines unbeschwerten Wanderers und wir genießen jeden Schritt. Bei Kilometer Zehn beginnt der erste starke Anstieg, er endet oben beim Mooshäuschen. Der Wegweiser am Fuß des Berges zeigt 1,3 Kilometer bis nach oben. Den Blick auf den Boden gerichtet, meine Wanderstöcke vor mir in den Boden rammend um mich dann in drei Schritten daran hochzuziehen. Das ganze wird bis nach oben immer wieder wiederholt und so beginne ich auf diese Art den Berg zu „bezwingen“. Beim Mooshäuschen legen wir eine kurze Rast ein. Die Aussicht vom Häuschen auf den im untenliegenden Tal eingebetteten Stausees ist grandios, einige letzte Nebelreste hängen noch über dem Wasser und ein Schmetterling setzt sich auf meine Hand. Wenn das die Belohnung für meine Mühen gewesen ist, so laufe ich gerne noch öfters diesen Berg hoch.

Es geht weiter durch die Wälder des Geiersberges um nach einigen Kilometern zum Abstieg zur Portenschmiede zu kommen. Bei dem dazugehörenden Campingplatz habt ihr die Möglichkeit eure Wasservorräte aufzufüllen. Ein Vater mit seinen in Wandermontur gekleideten Kinder läuft vor uns, ein freundlicher Gruß beiderseits beendet die Begegnung. Auf dieser Seite des Hohenwarte-Stauseeweges werdet ihr öfters als auf der gegenüberliegenden Seite durch Ansiedelungen in der Form von Freizeiteinrichtungen und Campingplätze laufen. So laufen wir wieder durch eine derartige Einrichtung als ganz plötzlich ein riesiger Schäferhund mit aufgestelltem Fell auf meine Yuki zustürmt. Da ich aber wusste das Yuki ruhig und gelassen bleiben wird und sich dies auf das Verhalten des anderen Hundes übertragen wird, blieb ich auch völlig unaufgeregt in dieser Situation.

Yuki kennt den Weg und läuft vor nach Ziegenrück

So kam dann die Freundin des Schäferhundes, eine junge Rhodesian Ridgeback Hündin und sogar noch das nette Frauchen der beiden zum Ort des Geschehens. Wir unterhielten uns angeregt – natürlich über Hunde. Überhaupt sind wir auf unserer Tour nur netten Menschen begegnet, entspannt wechselten wir hier und da ein paar Worte um dann wieder unserer eigenen Beschäftigung nachzugehen. Den steilen Anstieg nach Portenschmiede haben wir an dieser Stelle bereits hinter uns gebracht und die Linkenmühle liegt vor uns. Traumhaft führen die schmalen Wege durch die hier vorhandenen Trockenwälder. Die kümmerlichen Eichen und Buchen erinnern mich stark an die Bäume, so wie ich sie auch in Italien vorgefunden habe.

Die Beine sind noch stark und der Körper tut klaglos seinen Dienst. Dann folgt der letzte Anstieg. Dieser Pfad der die volle Sonne abbekommt, windet sich in Serpentinen immer höher durch den auch hier vorherrschenden Trockenwald. Steil fallen die Hänge mit ihrem losen Steinmaterial in die Tiefe. Es ist eine arge Schinderei diesen Berg hochzulaufen. Das Wissen um das nahe Ziel hebt jedoch die Moral. Die letzte Aussicht auf den unten liegenden Stausee von der Teufelskanzel lässt mich die Strapazen vergessen. Ich schäume über vor Glück. Jetzt geht es nur noch in den steilen Abstieg, Yuki kann sich noch gut an das Ende des Weges erinnern und läuft alleine vor. Wir haben für die dreißig Kilometer sechs Stunden gebraucht.

Infos zu den Trockenwäldern
Trockenwälder sind keineswegs Ansammlungen von trockenen, toten Bäumen wie man vielleicht zunächst vermutet. Es sind Waldgesellschaften mit Rot-Buche, Feld-Ulme, verschiedenen Eichen- und Lindenarten sowie Kiefern und stellen einen interessanten Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten dar. Daher sind sie im Naturschutzgesetz als besonders geschützte Biotope aufgeführt. Meist wachsen Trockenwälder auf flachgründigen, steinigen oder felsigen und stark sonnenbeschienenen, südlich geneigten Hängen, wie es an der Oberen Saale der Fall ist. Gelegentlich kommen sie aber auch in ebenen Regionen auf trockenen Böden vor. Der bestimmende Faktor für die Ansiedelung dieser Wälder ist demnach die starke Trockenheit eines Standortes.

Laubbäume nehmen einen großen Anteil in Trockenwäldern ein. Sie haben sich an die herrschenden extremen Bedingungen gut angepasst. Sie sind viel kleiner und gedrungener als gleiche Arten in anderen Wäldern. Auffällig ist ihre knorrige Wuchsform. Sehr gut ist das auch entlang der Straße Kaulsdorf-Hohenwarte zu sehen. In der Vergangenheit wurden Trockenwälder häufig als Niederwald genutzt. Nach relativ kurzer Wachstumszeit(ca. 60 Jahre) wurden die Bäume gefällt und meist als Brennholz genutzt. Aus den zurückgebliebenen Baumstümpfen schlugen neue Triebe aus, die nach der gleichen Zeit wieder gefällt wurden. Man kann an dieser Stelle zahlreiche Bäume sehen, die sich durch den sogenannten Stockausschlag entwickelt haben.

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