23. August 2019

Vom Rudolfstein zum Fichtelsee

Felsen beim Rudolfstein
Felsen beim Rudolfstein – die “Schallmauer”
Handynutzer
Infos zur
Fichtelgebirgs Wanderung
RouteWanderparkplatz Rudolfstein, Rudolfstein
Drei Brüder, Rudolfsattel, Röslauquelle,
Seehaus, Fichtelsee, Haberstein
Schneeberg und zurück zum Ausgangsort
GPX-Track
4 Downloads
DauerEin Tag
Länge21,4 km
Aufstieg639 HM
SchwierigkeitMittlere Anforderung an Kondition,
wenig unwegsame Pfade
KategorieMittelgebirgswanderung
PrädikatMit nachhaltiger Wirkung
AnfahrtMit den PKW zum Wanderparkplatz
"Rudolfstein" bei Weißenstadt
Hinweis zur Verwendung des GPX-Tracks

Eine Übersichtskarte

Das Felsensemble - Drei Brüder Felsen
Die Drei Brüder Felsen am Rudolfstein stellen ein imposantes Felsensemble dar, das in der Erdneuzeit von Verwitterung und Abtragung geschaffen wurde. Aufgrund der horizontalen Klüftung des Granitgesteins sind in eindrucksvoller Weise die charakteristischen Formen der Matratzenverwitterung entstanden.

Das Variszische Gebirge

Die Granittürme
Die drei eng benachbarten Felsentürme südwestlich des Rudolfsteines bilden eine imposante Felsengruppe aus Granitgestein, das vor ca. 285 Millionen Jahren entstanden. Damals, gegen Ende des Erdaltertums stießen im Bereich des heutigen Mittel- und Westeuropa mehrere Kontinentteile zusammen. Das führte zur Bildung des Varszischen Gebirges. Dabei wurde ein Teil der Gesteine, nämlich Sedimente und vulkanische Gesteine der ehemaligen Kontinentränder und des dazwischen liegenden Ozeanbeckens, in die Tiefe versenkt. Unter den dort herrschenden Drücken und Temperaturen wurden sie umgewandelt und teilweise geschmolzen. Die dabei gebildeten Gesteinsschmelze stiegen an Schwächezonen in der Erdkruste auf, erreichten aber häufig nicht die Erdoberfläche, sondern erstarren in mehreren Kilometern Tiefe zu sogenannten Intrusivgestein. Ein typisches Beispiel für derartige Gesteine sind die Granite des Fichtelgebirges. Durch anhaltende Erdbewegungen der Erdkruste zerbrach das Gebirge später in einzelne Blöcke. Sie stehen in unseren heutigen Mittelgebirgen an der Erdoberfläche an, wobei im Laufe vieler Jahrmillionen die Heraushebungen, Verwitterungen und Abtragungen tiefer liegender Gesteinsschichten freigelegt wurden. So findet man heute im Fichtelgebirge die in der Tiefe eingedrungenen Granite an der Oberfläche.

Der Zinngranit

Die Granittürme
Im Fichtelgebirge sind die Granite in mehreren Phasen in die Erdkruste eingedrungen und erstarrt. Daher unterscheidet man zwischen einer ältern (ca. 325 Millionen Jahre) und einer jüngeren Granitgruppe (ca. 308-285 Millionen Jahre). Der an den Drei Brüder Felsen zu Tage tretende „Zinngranit“ bildet die jüngste Intrusion der jüngeren Granitabfolge. Bereits seine Schmelze enthielt einen erhöhten Anteil leichtflüchtiger Bestandteile, die nicht in den „üblichen“ Mineralen eines Granits zu finden sind. Zusätzlich wurde der Granit bei seiner Erstarrung von heißen, wasserreichen Lösungen durchdrungen, in denen Elemente wie Zinn und Fluor angereichert waren. Dies zeigt sich im Mineralbestand des Granits und seiner Gänge, wo neben den typischen Granitmineralen Feldspat, Quarz und Glimmer auch seltene Minerale wie Topas oder Zinnstein (Kassiterit) auftraten. Vom 13. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurden diesem Fichtelgebirgsgranit Zinnerze abgebaut; daher erhielt er seinen Namen.
Der Haberstein beim Schneeberg
Der Haberstein ist eine 923 HM hohe Erhebung am Westhang des Schneeberges. Seine Westflanke ist von einem aus Granitfelsen bestehenden Blockmeer bedeckt, das von einem großen Felsenturm abgeschlossen ist.
Die Blockhalde am Haberstein bietet einer vielfältigen Flora und Fauna Lebensraum. Als einer der letzten Überlebensräume Oberfrankens verdient die Halde und ihre eiszeitlichen Pflanzen- und Tierwelt einen besonderen Schutz.
Die Blockhaldenwolfsspinne hat seit der letzten Eiszeit vor etwa 12.000 Jahren auf der Halde überdauert. Auf der Haldenoberfläche sonnt sich die seltene Kreuzotter gerne. Die großen Moospolster des Zackenmützenmooses sind besonders trittempfindlich, zwischen den Felsspalten lässt sich auch der streng geschützten Tannenbärlapp sehen.
Das Naturwaldreservat Fichtelseemoor
Das Fichtelseemoor ist das besterhaltenen Hochmoor in Oberfranken. In der Vergangenheit wurde das Moor durch Entwässerung und Torfabbau stark beeinträchtigt. Viele Moorspezialisten sind bereits aus dem Gebiet verschwunden. Eine beachtliche Anzahl seltener und stark gefährdeter moortypscher Arten ist aber noch heute im Fichtelseemoor heimisch

Jahrtausende dauert die Entstehung eines Moores

Das Moor beim Fichtelsee
Nach der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren begann die Entstehung des Fichtelseemoores. Auf den wasserdurchlässigen Tonschichten sammelte sich im Sattel zwischen Seehügel und Hüttenberg das Hangwasser. Langsam bildete sich ein See. Dieser verlandete, in dem abgestorbenen Pflanzenreste im Wasser absanken, nur unvollständig zersetzt wurden und so schließlich das Seebecken völlig ausfüllen. Dabei entstanden zunächst die Torkörper des so genannten Niedermoores. Im Folgenden wuchs die Torfschicht weiter und wölbte sich schließlich uhrglasförmig über die ehemalige Seefläche hinaus. Dadurch verloren die obersten Torfschichten allmählich den Kontakt zum Grundwasser. Es entstand ein Hochmoor das nur noch von Regenwasser gespeist wurde. Weil Regenwasser viel nährstoffärmer ist als Grundwasser, überleben hier nur spezialisierte Pflanzen, die mit diesen kargen Bedingungen zurecht kommen. Zu ihnen zählen die Torfmoore. Die unteren Teile dieser unermüdlich wachsenden Pflänzchen sterben ab und vertorfen. Der Torfkörper wächst auf diese Weise rund 1 mm jährlich.

Nur einige Jahre bis zur Zerstörung

Lange Zeit hat der Mensch das Moor gemieden. Bereits um 1650 wurde jedoch ein Graben in das Moor gezogen, um Wasser aus dem Moor zu leiten. Zum Betrieb der Hammerwerke in Fichtelberg wurde Ende des 18. Jahrhunderts der Fichtelsee angestaut. Der Abbau des Torfes begann 1840, um es als Brennmaterial zu nutzen. Bereits nach neun Jahren war etwa die Hälfte des Torfkörpers abgebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde wegen akuten Brennstoffmangels noch einmal Torf gestochen. Durch die Beschädigung und Austrocknung des Torfkörpers wurde das natürliche Moorwachstum unterbrochen. Daher ist es heute kein „lebendes Hochmoor“ mehr.

Wiederbelebungsversuch

Heute wird versucht, dem Moor neues Leben einzuhauchen. Durch Schließung der Entwässerungsgräben soll das Moor wiedervernässt und eine neue Moorentwickling ermöglicht werden. Nur so können viele der hier heimischen hoch gefährdeten Tier- und Pflanzenarten langfristig überleben.

Lebensraum Moor – eine Spezialität in vielerlei Hinsicht

Das Moor ist ein ganz besonderer Lebensraum. Als Übergangszone ist es ökologisch sowohl dem Land als auch dem Wasser zuzuordnen. Die hier lebenden Arten haben sich an die nährstoffarmen und nassen Bedingungen angepasst. Durch ihre Spezialisierung auf den Lebensraum Moor sind sie aber auch strikt an ihn gebunden und können nicht ausweichen. Im nicht abgetorften Kernbereich des Fichtelseemoores hat sich bis heute ein Spirkenwald erhalten. Die Spirke, auch Moorkiefer genannt, gedeiht außerhalb der Alpen ausschließlich auf Torf. Sie hat hier eines ihrer letzten Vorkommen in Oberfranken. Um die seltenen Art zu erhalten und ihren Anteil möglichst wieder zu erhöhen, wurde das Fichtelseemoor auch als Naturreservat ausgewiesen.
Beim Rudolfstein im Fichtelgebirge
Auf dem Weg zum Rudolfstein
Die Matrazenformation der Felsen
Die Röslau-Quelle
Der Wegweiser hoch zum Nußhard und Seehaus
Granitfelsen direkt beim Wanderweg
Der Fichtelsee
Beim Fichtelsee

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