27. Juli 2021

Fischfang Portugal

Avatar

Fischfang vom Strand, in Portugal

Beobachtet und gesehen am Strand von Tocha (Praia da Tocha)

Nachfolgend ein Bericht über das Strandfischen an Portugals Küste. Die Art des Fischen ist sicher hunderte Jahre alt und wurde früher mit Ochsen und menschlicher Muskelkraft getätigt. Heute werden Traktoren, Winden und Aussenbordmotore genutzt. Die Fischerei beschert den Dorfbewohnern ein kleines Zusatzeinkommen in der Sommerzeit.

Fischerboot wird über den Strand gezogen

Das Boot wird, nachdem es mit dem Traktor über den Strand gezogen wurde, in Richtung Meer ausgerichtet. Das Boot ist mit erfahrenen Fischern besetzt. Als Ladung hat das Boot neben den kräftigen Fischern, das Netz, Bojen und die langen Tau. Die Fischer sind auf ein gemäßigtes Meer angewiesen. Ist die Dünnung zu stark wird nicht gefischt.

Das Fischfangnetz wird im Meer aufgespannt

Dann drückt der Traktor das Boot mittels einer langen Gabel vom Strand weg über die Dünnung und auf das Meer. Das Boot hat nun die Aufgabe das Fischfangnetz auszubringen. Dabei entfernt sich das Boot mehrere hundert Meter vom Strand auf das offene Meer. Das Netz wird dann auf ein Länge von mehreren hunderten Meter im Meer geöffnet. Die Außenseiten des Netzes werden jeweils mit einer Boje markiert. Dieser Vorgang nimmt ein beträchtliche Zeit in Anspruch.

Das Netz wird eingeholt

Das Boot kommt schließlich mit zwei Tauwerken zurück. Die Enden der Tau werden jeweils einem Traktor übergeben welche mehrere hundert Meter entfernt, direkt am Strand stehen. Das Netz wird (mittels Tau) mit Winden, welche an den Traktoren montiert sind, eingeholt. Dabei fahren die Traktoren in sehr langsamen Tempo aufeinander zu. Jeder Traktor führt einen Wagen mit sich, auf denen die Tau aufgerollt (aufschießen) werden. Die bunten Tauberge auf dem Foto sind eigentlich ein einziges Tau, weil zusammengeknüpft.

Das Netz wird angelandet

Der durch das einholen des Netzes entstehende Sog und die immer kleiner werdende Fläche des Netzes, hält die Fische im Netz gefangen. Wenn dann schließlich die Traktoren zusammen gekommen sind, wird in einer letzten Kraftanstrengung das Netz mit dem Fang angelandet. In früherer Zeit übernahmen diese Arbeit Ochsengespanne und die gesamte Dorfgemeinschaft.

Der Fang beträgt mehrere Zentner Fisch

Das Ergebnis des Fischzuges kann in dem geöffnet Netz bestaunt werden. Auf diese Art wird eine beträchtliche Menge an Fischen aus dem Ozean geholt.

Die größten Fische werden abgesondert

Die größten Fische bzw. besondere Arten werden vom “Chef” abgesondert und können teurer verkauft werden.

Gemeinschaftliches sortieren

Die übrigen Fische werden vom Netz in Kisten getan, dabei werden sie grob vorsortiert. Die Fischer haben den Ort des Geschehens mit einem an Stäben befestigten Seil vom übrigen Strand abgetrennt. Das Spektakel zieht regelmäßig viele Einheimische und Touristen als Schaulustige an.

Sortiert und verkauft

Die Fische werden von den Dorfbewohnern in gemeinschaftlicher Arbeit nach Größe und Art in Kisten sortiert. Im Idealfall kann der ganze Fang, noch vom Strand weg, direkt an den Endverbraucher abgegeben werden. Die Einheimischen wissen um die “Fischzüge”. Sie stehen deshalb schon bereit um den Fang in haushaltsüblichen Mengen abzunehmen. Meist wandern die Fische direkt auf den Holzgrill.