6. Juli 2022
Wüstenstein Glockenfels

Wüstenstein-Aufseßtal-Fuchsloch Höhle-8 KM-132 HM

In der Fuchslochhöhle bei Heckenhof
In der Fuchslochhöhle bei Heckenhof

Die Fuchslochhöhle – einzigartige und wilde Höhlen- und Felsenlandschaft – einsame Höhlengegend

Unser Ziel der Tour sind die Fuchsloch-Höhlen in der Nähe von Heckenhof und diverse Aussichtsfelsen beim Rückweg. Startet die Tour in beim Wanderparkplatz in Wüstenstein. Lauft dann in das mit sattem Grün gesegnete Tal der Aufseß.

Dann wird schon nach wenigen hundert Metern aus dem Wirtschaftsweg ein schmaler, den Konturen des Geländes folgender Pfad. Kein Lärm und Straßenverkehr stört die Ruhe auf diesem Abschnitt. Vor dem Ort Draisendorf quert ihr die Aufseß mittels kleinem Holzsteg, durchlauft den kleinen Ort und alsbald seit ihr wieder auf ruhigem Naturpfad unterwegs.

Nach dem Gang durch einen kleinen Wald ist eine Brücke zu sehen. Der Platz bei der Brücke ist malerisch und es fühlt sich gut an, sich dort eine Weile aufzuhalten. Dann jenseits der Straße befindet sich der Wanderparkplatz “Heckhofer-Tal”, ihr durchlauft den Parkplatz um über den sanft ansteigenden Wirtschaftsweg weiter hoch zu kommen.

Bei der Weggabelung befindet sich ein sehr unscheinbarer Trampelpfad welcher in den Wald führt. Dies ist der Zugang zu den Fuchslochhöhlen. Der Zugang ist nicht beschildert und ohne Hinweise auf die Höhlen. Die Weg bei den Höhlen sind nur Trampelpfade. Sie sind unbefestigt, schmal, ausgesetzt und bei Nässe rutschig. Der Zugang zum großen Fuchsloch führt durch eine wilde, zerklüfteten Schlucht.

Der Eindruck einer urzeitlichen Felsenlandschaft tut sich unweigerlich auf. Fehlt nur noch das ein Flugsaurier von einem der Felsen aufsteigt. ;-). Noch eine kleine Stufe hochklettern und ihr befindet euch in der geräumige Fuchsloch-Höhle. Die Höhle wurde in der Frühzeit sicher – so wie die Hasenlochhöhle bei Pottenstein – als Unterstand bei der Jagd genutzt.

Der Höhlenboden besteht aus Lehm. In der Höhle herrscht ein, angenehmes kühles Klima. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich ein kleines Loch durch welches ihr die Höhle nach dem Durchschreiten verlassen könnt. Es sind vielleicht zwanzig Meter bis zum Loch und das Höhlendach verringert immer weiter den Abstand zum Boden, so das ihr schließlich nur noch kriechend durch das Loch schlüpfen könnt.

Wie entstand die Fränkische Schweiz?

Im Jura (vor 205-144 Mill. Jahren) bedeckte ein ausgedehntes tropisches Flachmeer den süddeutschen Raum. Wechselnde Strömungen, sich verändernde Küstenlinien und variierender Sauerstoffgehalt führten dazu, dass sich am Meeresboden unterschiedliches Lockermaterial (=Sedimente) ablagerte. Tone sowie Sande sind für die älteren Juraschichten (Lias und Dogger) typisch, im Malm sind vor allem helle Kalke charakteristisch.

Das jurassische Flachmeer im Malm bedeckte große Teile des süddeutschen Raumes. Ausgedehnte Riffgürtel trennten einzelne größere Meeresbecken voneinander ab, in denen sich teils eine verschiedenartige Fauna entwickeln konnte. Eine derartige Barriere war das Wiesentriff, welches das Gebiet der nördlichen von der mittleren Fränkischen Alp trennte.

Eine vielfältige Meeresfauna ist uns durch Fossilien überliefert; die bekanntesten sind die tintenfischartigen Ammoniten, gefolgt von Belemniten, Muscheln, Seeigeln und vielem mehr. Ortsfeste Schwämme und Kalkalgen bauten flache Riffe auf, die zu imposanten Gesteinskörpern anwuchsen.

urmeer
Das Urmeer

So ähnlich sah ein Meeresboden im Flachwasserbereich zur Zeit des Malm wohl aus. Die damalige Situation ist gut mit den heutigen Bahmas zu verglichen. Schwämme türmten sich zu einem Riff auf oder waren vereinzelt auf dem Meeresboden verteilt. Neben den Schwämmen lebten im riffnahen Bereich Seelilien, Seeigel, Muscheln und andere bodenlebende Organismen.

Mit der Kreidezeit zog sich das Meer endgültig zurück. Unter den seinerzeitig herrschenden tropischen Bedingungen begann die Verkarstung mit der Ausbildung von typischen Kegelkarstformen. Viele Höhlensysteme der Alb wurden bereits zu dieser Zeit angelegt.

Quelle: Bayrisch Bömischer Geopark

Ich meine der Begriff “Durchgangshöhle” ist in diesem Fall wegen des niedrigen Ausganges und dem abenteuerlichen Weg nach der Höhle etwas irreführend. Der Begriff “Naturdenkmal” ist definitiv richtig. Das Höhlen- und Felsenensemble stellt ein Naturwunder dar, welches von äußeren Einflüssen zu schützenden ist.

Nach der Höhle führt der Pfad steil in die Tiefe, nehmt die kleine Bäume um euch daran abzustützen. Umrundet den Berg und trefft auf die weiter unten liegende kleinere Fuchslochhöhle und auf weitere Löcher und Höhlen. Die Dolomit Felsen um die Höhlen sind außerordentlich wild und zerklüftet, senkrecht stehende von Moos bewachsene Felsentürme.

Eigentlich solltet ihr die Gegend unbedingt angeschaut haben, sie hinterlässt einen eindringlichen Eindruck.

Wie entstehen Höhlen?

Über 1000 bisher bekannte Höhlen prägen die Fränkische Schweiz. Sie bilden sich, weil kohlensäurehaltiges Grundwasser chemisch Kalksteine löst. Bevorzugt setzt die Höhlenbildung an Schnittpunkten von Spaltensystemen an und weitet diese in Richtung des abströmenden Karstwassers aus.

Neben der chemischen Kalklösung wirkt auch fließendes Wasser mechanisch an der Höhlenbildung mit. Höhlensysteme im Kalkstein können so als eine Art unterirdischer Landform betrachtet werden.

Verlagert sich der Karstwasserspiegel weiter in die Tiefe, stoppt die Höhlenerweiterung, Tropfsteine beginnen nun zu wachsen. Die Höhlenbildung setzt sich jetzt allerdings im tieferen Grundwasser-Stockwerk fort.

Aus diesem Grund liegen die Höhlen in der Fränkischen Schweiz in unterschiedlichen Höhen über der heutigen Talsohlen und sind so auch zugänglich. Die einzelnen Stockwerke sind durch Spalten und Röhren miteinander verbunden.

Die aktuelle Bildung von Höhlen erfolgt im Bereich des heutigen Karstwasserspiegels. Dennoch existieren auch hier schon große Hohlräume, die von Sanden aus der Oberkreide (vor 100-60 Mill. Jahren) gefüllt sein können.

Wo Wasser an der Höhlendecke austritt, bilden Ausfällungen Stalagtiten. Läuft es an den Höhlenwänden ab, entstehen die Sintertapeten. Stalagmiten bilden sich am Höhlenboden dort, wo stetig Wassertropfen auftreffen.

Quelle: Bayrisch Bömischer Geopark

Eindrucksvolle Felsen bei den Fuchslöchern
Eindrucksvolle Felsen bei den Fuchslöchern

Die Fuchlochhöhlen markieren auch den Wendepunkt unserer Wanderung, so laufen wird oberhalb des Aufseßtales wieder zurück. Auf dem Rückweg möchte ich euch zunächst zu einem unbekannten Aussichtsfelsen führen. Der Pfad dorthin ist schmal und wenig begangen. Der Lohn für den Mut ist ein stiller, erhabener Platz auf einem Felsenturm von welchem ihr eine uneingeschränkte Aussicht auf das Aufseßtal habt.

Unten könnt ihr die Brücke, die ihr zum queren der Aufseß benutzt habt, sehen. Für ein kleines Wanderpicknick ist dies der ideale Platz. Der weitere Weg ist nach wie vor wenig begangen und führt euch durch ein kurzes Stück welches mit kleinen Bäumen bewachsen ist. Wenn ihr den Aussichtsfelsen auslassen wollt, dann bleibt einfach auf dem Wirtschaftsweg, beim Ort Rauhenberg treffen sich dann die Pfade wieder.

Wir streifen den Ort Rauhenberg nur und laufen auf bequemen Wirtschaftswegen vorbei an Feldern, Hecken und Waldgebieten. Immer der Beschilderung Richtung Wüstenstein folgend. Der Glockenfelsen bei Wüstenstein liegt auf unserer Route. Der Pfad führt direkt auf den Gipfel des Felsen.

Ein Kreuz, eine Bank und einen erwartungsgemäß tollen Fernblick findet ihr dort vor. Aus der Vogelperspektive könnt ihr den Ort Wüstenstein bewundern. Unser Pfad führt uns dann zurück in das Aufseßtal und folgt dem vom Start bekannten Weg wieder zurück zum Wanderparkplatz.

Infos zur
Fränkische Schweiz Wanderung
Start/ZielWanderparkplatz
Wüstenstein
Dies ist eine Rundtour
RouteWüstenstein, Draisendorf
Fuchslochhöhle, Rauhenberg
Wüstenstein
GPX-Track
8 Downloads
DauerMit Pause ca. 2:30 h
Länge8,7 km
Aufstieg132 Höhenmeter
Abstieg132 Höhenmeter
Höchster Punkt465 Höhenmeter
SchwierigkeitSteigungen, Gefälle
evtl. Rutschgefahr
Wegeca. 45% Forst-u. Wirtschaftswege
ca. 5% geteerte Straßen
ca. 50% Pfade

Hinweis zur Verwendung des GPS-Tracks


Eine weitere Wanderung im Aufseßtal zu den Fuchslöchern

Aufseßtal-Rundwanderung-Doss über Aufseß-27 km

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