3. April 2025
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Der Rennsteig-173 KM-3830 HM

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Der Rennsteig-173 KM-3830 HM

Im Reich der Bäume

Ich bin den historischen Grenzweg/Kammweg Rennsteig im November gelaufen. Der Rennsteig verbindet den Thüringer Wald mit dem Thüringer Schiefergebirge und Frankenwald. Historisch überliefert ist der Rennsteig als “schneller Verbindungsweg”. Nach den aktuellsten Vermessungen beträgt die Länge des Rennsteiges 169,3 Kilometern. Die von mir erreichten 173 Kilometer sind dem zusätzlichen Lauf zu den Supermärkten geschuldet.

Im Monat November auf einem Höhenweg unterwegs zu sein, hat sicher einen besonderen Reiz. Es ist zu keiner anderen Jahreszeit möglich derart stimmungsvolle Landschaften zu erleben und ihr habt den Weg -zum größten Teil- für euch alleine. Der große Nachteil ist: Ihr habt -wegen des zu dieser Jahreszeit oft vorherrschenden Nebels- so gut wie keinen Weitblick ins Land, es wird früh dunkel und die Ausrüstung wird irgendwann klamm sein. Die diversen Aussichtsplattformen am Rande des Weges könnt ihr deshalb getrost “links liegen lassen”.

Als Selbstversorger konnte ich erstmals am dritten Tag – in Oberhof einen Supermarkt besuchen. Am vierten Tag findet ihr in Neustadt/Rennsteig, Masserberg und Neuhaus am Rennweg Supermärkte. Am fünften Tag findet ihr in Steinbach am Wald und Blankenstein jeweils einen Supermarkt. Es gäbe auch diverse Bauden, also bewirtschaftete Hütten, direkt beim Rennsteig. Am dritten Tag habe ich den Rennsteigbahnhof erreicht. Der Bahnhof hat auch eine Gastwirtschaft zu bieten.

Rennsteig

Ihr trefft auf wenige Kioske welche zu unterschiedlichen Zeiten geöffnet haben. Die Kioske sind ziemlich rustikal und ihr bekommt dort keine Vegetarischen Speisen, aber immerhin Tee gibt es. Eine tolle Bäckerei (Bäckerei-Konditorei Fiedler) mit frischem Kaffee und riesige Mohnkuchen zu günstigem Preis findet ihr in Steinbach am Wald direkt an der Rennsteigstraße. Quellen mit Frischwasser entlang des Weges, konnte ich nur an Tag zwei und drei feststellen. Sonst gäbe es Wasser in den Rennsteighäusern und natürlich den Supermärkten.

Auf dem Weg könnt ihr euch vielfältig orientieren: Ihr trefft auf das weiße “R”, es wird auf Bäume und den dunkelbraunen Holztafeln gemalt, die grünen Wegweiser zeigen euch neben der Laufrichtung für den Rennsteig auch die Entfernung zu Orten und Sehenswürdigkeiten an. Ihr könnt, so wie ich, ausschließlich in den vorhandenen Schutzhütten übernachten. Es herrschen differenzierte Meinungen zum Thema “übernachten in Schutzhütten”, da eine offizielle Einlassung nicht gefunden werden konnte.

Die Schutzhütten sind sehr spartanisch. Der Untergrund besteht zumeist aus kleineren Steinen, die Hütten sind zu einer Seite hin offen und damit “Türlos”. Die Tiefe der Hütten reicht von etwa 2,50 Meter bis 3,50 Meter. Die Hütten bieten rudimentären Schutz vor Wetter-Ereignissen wie: Niederschlag und Wind.

Die Hütten sind unterschiedlich “gestreut”. Auf der Route an Tag zwei und drei konnte ich eine höhere Dichte an Hütten feststellen. Neben den Unterkunftshütten werden dem Wanderer die “Rennsteighäuser” angeboten. Bei den Rennsteighäusern handelt es sich um feste Gebäude welche beheizt sind. Stromanschluss, Sitzmöbel, WC und die Möglichkeit zu Duschen findet ihr dort vor.

Es gibt sechs, unregelmäßig verteilte Häuser entlang des Rennweges. (Diese Website bietet euch auch Infos über Schutzhütten, Gaststätten und Informationsstellen) Nach meinen Informationen kann lediglich im Rennsteighaus Brennersgrün – nach Anmeldung – übernachtet werden. Für die Wanderung im November empfehle ich euch – eigentlich dringend – wasserabweisende Schuhe mitzunehmen. Ich habe sehr viele verschlammte, auch mit Pfützen versehene Wege vorgefunden.

pilz rennsteig

Da die Wege ohne technischen Anspruch sind, könnt ihr die schweren Bergschuhe getrost zu Hause lassen. Der Jahreszeit angemessene Kleidung und ein Regenschutz genügen. Ich hatte daneben mehrere paar Socken und einen Nässe unempfindlichen Kunstfaserschlafsack mitgeführt. Ich bin der Meinung das der Rennsteigweg ein “Refresh” nötig hätte. Orte, Landstriche, Wege usw. brüsten sich mit dem Label “Rennsteig”.

Der Weg sollte sich nach m. E. dann auch entsprechend präsentieren! Viel Windbruch lag über dem Weg. Vor allem die Ausschilderung sollte an vielen Stellen ergänzt oder erneuert werden. Ich hätte mich – zu oft – ohne GPS-Unterstützung nicht zurecht gefunden. Hinweise auf die Schutzhütten mit Kilometerangaben sind oft vorhanden, leider nicht durchgehend. Die Stempelkissen sollten mal wieder erneuert werden. (11/2024)

rennsteig geschichte

Es hat Spaß gemacht durch die dichten, nebligen Wälder und über luftige Höhen zu laufen. Die vielen markanten und prächtigen Baumveteranen zu sehen. Die alten Bäume haben dort ein Refugium gefunden und dürfen weiter existieren. Die mit Schieferplatten geschützten Häusern in den Orten, lässt die Rauheit der Umgebung deren sie sich widersetzen müssen, erahnen.

Die Gastfreundlichkeit und Kultur am Rande des Weges zu erleben, war beeindruckend. Insgesamt hat der Rennsteig einen sehr positiven Eindruck hinterlassen und vielleicht laufe ich den Weg nochmal – dann zu einer gänzlich anderen Jahreszeit.

rennsteig stempel

Eine weitere Wanderung in Thüringen

Hohenwarte Stausee Weg von Ziegenrück nach Hohenwarte-schwere 40 KM-1130 HM

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