13. Juni 2024
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Pottenstein-Gößweinstein-22 KM-473 HM

Das Felsentor bei Gößweinstein
Das Felsentor bei Gößweinstein

Pottenstein-Gößweinstein-22 KM-473 HM

Historische Plätze und Naturschönheiten auf der Pottenstein-Gößweinstein-Wanderung

Wir starten die Wanderung bei der Frohnfeste in Pottenstein. Ein Pfad führt uns entlang der Püttlach und der Stadtmauern in die Richtung B 470. Um auf den Siegenberg zu kommen nehmen wir die Reste einer alten Geleitstraße. Über Jahrhunderte haben die Wägen beim Abbremsen ihre Spuren im Fels hinterlassen. Diese Spuren der Zeit sind noch heute klar zu erkennen.

Der Siegenberg

Alt- und Geleitstraße, die Verkehrssituation im Mittelalter

Heute ist der meiste Verkehr in der Fränkischen Schweiz entlang des Püttlach-und Wiesenttals zu beobachten. Die Bundesstraße 470 durchzieht die Region von West nach Ost und ist die wichtigste Straßenachse und zugleich Verbindungsweg zwischen A73 (Frankenschnellweg) und der A9 (Berlin-München).

In früherer Zeit waren es gerade Täler, die vom Verkehr (der natürlich noch nicht motorisiert war) gemieden wurden. Die Gründe liegen auf der Hand. Einmal waren die Talbereiche sehr dicht bewaldet, ein Wegebau gestaltete sich daher schwierig. Zum anderen war es dadurch um die Sicherheit in den dunklen Auenwäldern des Püttlach- und Wiesenttales sowie ihrer Seitentäler auch nicht gut bestellt. Der Raubritter Eppelein von Gallingen lieferte in seinen „Gruselsgeschichten“ dafür den besten Beweis.

Auf den Hochflächen war die Situation eine andere: weniger dichte Wälder, mehr Freiflächen (auch für die Sicherheit). Lediglich an den Stellen, wo die Altstraße ins Tal führen musste, etwa an diesen Stellen auf dem Weg von Gößweinstein nach Pottenstein den Siegenberg hinab, gab es verkehrstechnisch einige Schwierigkeiten.

Die in Jahrhunderten entstandenen Brems- und Wagenspuren auf dieser Zug- und Geleitstrasse zeugen noch davon. Sie sind auch der Beweis, das sich die Wegführung im Laufe der Zeit kaum änderte. Das bedeutet auch, dass es sich bei dieser Art von Altstrassen nicht um rein lokale Verbindungswege handelte, sondern um überregionale bedeutende Handelswege, etwa von Frankfurt durchs Maintal über Bamberg und die Fränkische Schweiz nach Prag oder Dresden. Heute die schönsten Panoramawege!

(Quelle: Infotafel beim Siegenberg)

Oben angekommen habt ihr einen umwerfenden Blick auf die gegenüberliegende Burg Pottenstein und die Dächer der Stadt. Ein befreiender Lauf entlang von Wiesen, Feldern und durch Wälder steht euch bevor. Einige Male ändert unsere Route unvermittelt die Richtung, beachtet deshalb eure Navigation gut.

Ob diese Wege durch die Wälder auch unsere Vorfahren, dessen Wagen die Spuren im Fels hinterlassen haben, genutzt haben? Ihr trefft in den Wäldern des Öfteren auf Wegweiser in die Richtung Gößweinstein. Aber der vorgegebenen Weg führt nicht in diese Richtungen! Ich wollte Gößweinstein aus der Richtung Südost anlaufen, um die dort liegenden Sehenswürdigkeiten zu präsentieren. Daher diese Wegführung.

Wenn ihr dann die Gegend um Gößweinstein erreicht habt, wechselt der breite Weg in einen schmalen Pfad und am Rande des Weges befinden sich immer mehr Felsen. Plötzlich taucht das Felsentor bei Gößweinstein vor euch auf. Das war ein Moment der, mir zumindest, großes Staunen hervorgerufen hat. Das Felsentor ist eine kreisrunde Öffnung in der Felsenwand von vielleicht fünf Metern Durchmesser.

Eigentlich könnt ihr da nur stehenbleiben um das Naturwunder eindringlich zu bestaunen und davon einige Bilder mit nach Hause nehmen. Unser Weg führt uns dann, zunächst auf verschlungenen Pfaden (beachtet eure Navigation besonders gut) zu einem Aussichtpunkt, von dem ihr einen besonders schönen Blick auf das unter euch liegende Gößweinstein habt. Die Basilika liegt euch quasi zu Füssen und gegenüber ist die Burg Gößweinstein zu sehen.

Die Burg Gößweinstein
Die Burg Gößweinstein

Ein besonders lohnendes Fotomotiv. Wir sind dann zur Bäckerei Konditorei Café Wirth in der Pezoldstraße gelaufen. Das Café hat, nach den Informationen im Internet, außer Samstag und Sonntag täglich von 6:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Eine perfekte Öffnungszeit, wenn sich müde Wanderer nach einem guten Kaffee und einer Rast sehnen.

Zur Burg – ganz nah – führt uns dann der Weg. Die Burg Gößweinstein könnte auch besichtigt werden, hier die Homepage mit den Öffnungszeiten der Burg. Der Buttenweg bringt uns dann hinunter in das Tal der Wiesent. Der Weg ist ein waschechter Alpiner Pfad. Der Fels dort, kann bei Nässe ordentlich rutschig sein. Auch sonst erfordert das Begehen einige Aufmerksamkeit, nur gut das wir hier nicht hoch müssen!

Burg Gößweinstein

Die Burg wurde erstmals urkundlich 1076 erwähnt und war schon bei ihrer Entstehung von einem Kranz vorbambergischer Orte umbeben, deren Gründer, freie fränkische Siedler, in den Ortsnamen weiterleben (z.B. Allersdorf/Dorf des Egilhart, Etzdorf/Dorf des Ezzo oder Ezzil). Gozwin1, der erste Burgpräfekt, fiel 1065 nach dem er in das Gebiet des Bischofs von Würzburg eingefallen ist.

Während des Hussitenkrieges um 1430 wurde die Westburg ganz zerstört, der übrige Teil abgebrochen und ausgebrannt. Zwischen 1481 und 1525 sind in der Burg Gößweinstein folgende Gebäude nachweisbar:

Kemenate, Kapelle, Backhaus, Kasten, Schütthaus, Stadel, Stallung, Viehhaus und Gefängnis. Das Hauptgebäude der Burg, die Kemenate war ein Giebelbau und hatte eine Freitreppe, die zu einer steinernen Eingangstüre im ersten Stock führte. Der Turm, der die Gefängnisse enthielt, bekam 158998/1599 ein Obergeschoss. 1605 hat eine größere Renovierung der Burg stattgefunden. Ende des 16. Jahrhunderts verlor die Burg an Bedeutung. Im 17. und 18. Jahrhundert hatte die Burg Gößweinstein nur 4 Gebäude, das Amtshaus, die Burgenkapelle, das Backhaus. Ein Badhaus, die Zisterne. In den Jahren 1809 und 1810 wurde die Burg einer umfassenden Reparatur unterzogen.

Vor dem Verkauf der Burg bestand sie aus dem Hauptgebäude mit Keller, Stiegenhaus und 2 Abtritten. Nördlich davon lag ein zweistöckiges Nebengebäude in dem sich das Waschhaus, die Garderobe und die Magdkammer befanden, dann folgte der alte ziegelgedeckte Stall.

Nach dem Verkauf der Burg an Edgar Freiherr von Sohlern (1875) wurde die Burg im Sinne der Neugotik erheblich umgebaut, die den Charakter der Burg auch heute noch im wesentlichen bestimmt. So erhielt unter anderem der Turm anstelle des achteckigen Schieferdaches ein überragendes Obergeschoss mit Zinnenkranz, die Fenster bekamen neugotische Sandsteinwände, die Ringmauern Zinnen.

Die Burg ist heute noch im Besitz der Familie von Sohlern und kann besichtigt werden.

(Quelle: Infotafel beim Balthasar-Neumann-Rundweg)

Völlig Gegensätzlich ist dann der breite Weg, der uns unten bei der Wiesent (Stempfermühle) erwartet. Sehr “zivilisiert” präsentiert er sich. Wir laufen am Zusammenfluss der Püttlach in die Wiesent vorbei. Ab Behringermühle nehmen wir meinen Lieblingsweg auf dieser Tour: Den Leo-Jobst-Weg (Rot-Kreuz).

Der Leo-Jobst-Weg ist ein Fernwanderweg von Forchheim nach Pegnitz, er führt durch die schönsten Teile der Fränkischen Schweiz. Wir nehmen das Teilstück durch das Püttlachtal. Hier könnt ihr euch nähere Informationen über den Weg beschaffen.

Er ist, auf dem Teilstück welches wir nutzen, eine regelrechte Autobahn. Kein Wurzelwerk oder Steine hintern das flotte Vorankommen. Viel zu schnell war das Teilstück gewandert. Bei Tüchersfeld verlassen wir den Leo-Jobst-Weg, überqueren die Püttlach, machen ein Foto von einer der meist fotografierten Felsformationen und suchen nach dem Einstieg zur Arnleithen-Schlucht.

Die Arnleithen-Schlucht zeigt ein recht wildes Landschaftsbild. Ein schmaler rutschiger (bei Nässe) Pfad lässt uns an Höhe gewinnen. Nach den vielen Tälern, erleben wir die luftige Jurahöhe als einen willkommenen Gegensatz. Vom oberen Rand der Schlucht bis zu den ersten Häusern Pottensteins sind es nur drei Kilometer.

In der Arnleithen-Schlucht liegen auffällig viele und vor allem sehr große Kalksteinblöcke in scheinbarer Unordnung verteilt. Wasser, das bei Starkregen oder während der Schneeschmelze von der Hochfläche ins Püttlachtal strömt, hat die Schlucht ausgebildet. Viele der Blöcke stammen aus höher gelegenen Felspartien und wurden durch Frostentwicklung, vor allem während des Eiszeitalters, von den Felsen abgesprengt.

Sich bildendes Eis unter den Blöcken hebt diese im Millimeterbereich an. Bei Tauwetter rutscht, der Fels schließlich der Schwerkraft folgend ein wenig mehr hangabwärts. Dieser Vorgang (=Solifluktion) verläuft sehr langsam, dafür aber stetig. Über viele Jahrtausende wirkt er somit landschaftsprägend. Mitunter stürzen Blöcke auch ins Tal, wenn ihre Lage durch Frosthub instabil wird.

Durch die Hangbewegungen entstehen teilweise beachtliche Gesteinsansammlungen, auch Felsen- oder Blockmeere genannt. Heute ist der Prozess insbesondere in den Tundrengebieten (=Kaltsteppen) Sibiriens sehr gut zu beobachten. In unseren Breiten ist er derzeit nahezu inaktiv.

(Quelle: Infotafel in der Schlucht)

Ihr könntet in Pottenstein angekommen, Talwärts laufen um dann so auf kurzem Wege zum Ausgangspunkt zu gelangen. Ich möchte euch jedoch mit auf den Weg in das Mariental nehmen, um dann vom Tal nach Pottenstein einzulaufen.

Achtung! Der schmale Pfad welcher uns zum Mariental bringt, ist sehr, sehr schlecht auszumachen. Achtet auf das Ortsschild Pottenstein, gegenüber beim Waldrand beginnt der besagte schmale Pfad.

Über gerölligen Untergrund und über eine kleine Wiese führt der Weg zum Tal (der Pfad ist bei der Wiese nicht direkt auszumachen). Der GPX-Track führt euch zu einem lohnenswerten Aussichtspunkt, beim welchem ihr auf das Mariental blicken könnt.

Das Mariental ist ein schmaler Geländeeinschnitt welcher von nordöstlicher Richtung auf Pottenstein zuläuft. Ziemlich steil und rutschig (nach den Regenfällen) ist der Abstieg hinunter in das Tal. Der kleine Haselbrunnbach fließt durch das Tal und nach kurzer Wegstrecke bei Pottenstein in die Püttlach. Nach kurzer Wanderung durch das Tal erreicht ihr Pottenstein und damit das Ende dieser Wanderung.

Infos zur
Fränkische Schweiz Wanderung
Start/ZielDirekt in 91278 Pottenstein,
Fronfeste (siehe Übersichtskarte)
Dies ist eine Rundtour
RoutePottenstein, Siegmannsbrunn,
Prügeldorf, Felsentor,
Gößweinstein, Stempfermühle,
Behringersmühle, Tüchersfeld,
Arnleithen-Schlucht, Arnleithen,
Weidmannsgesees, Pottenstein
GPX-Track
6 Downloads
Dauer5,5 h
Länge22,0 km
Aufstieg473 Höhenmeter
Abstieg463Höhenmeter
Höchster Punkt511 Höhenmeter
SchwierigkeitSteigungen, Gefälle,
evtl. Rutschgefahr,
Schwindelfreiheit
Wegeca. 42% Forst-u. Wirtschaftswege
ca. 31% geteerte Straßen
ca. 27% Pfade

Hinweis zur Verwendung des GPS-Tracks

Eine Übersichtskarte

Bilder der Tour

“Wie zahlreich sind doch die Dinge deren ich nicht bedarf”

Eine weitere Wanderung bei Pottenstein

Waischenfeld-Pottenstein-31 KM-511 HM

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