22. Juni 2024
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Waischenfeld-Heckenhof-24 KM-285 HM

Fels bei Nankendorf
Fels bei Nankendorf

Waischenfeld-Heckenhof-24 KM-285 HM

Unglaubliche Gegensätze auf dieser Wanderung

Ich habe die Route gegen den Uhrzeigersinn bewandert. Start war in der Fischergasse/91344 Waischenfeld. Der naturbelassene Nankendorfer-Höhenweg ist ungefähr eineinhalb Kilometer lang und ein schöner Einstieg in die Wanderung. Die schön gepflegte Auekapelle steht seit nunmehr über 300 Jahren an der Ortsgrenze Nankendorfs und an unserer Wanderroute.

Ziemlich lange zieht sich die Ortsstraße durch den Ortsteil “Aalkorb” bis wir dann endlich einen naturbelassenen Wirtschaftsweg erreichen. Bekannte Kletterfelsen zieren den Weg linksseitig. Die Felsen dort, haben nur wenig Struktur an ihren fast senkrechten und überhängenden Wänden. Der Wirtschaftsweg führt immer an der Wiesent entlang.

Bei der Eichenmühle führt der Pfad kurz entlang der St2186, die Straße wird dann rasch gequert. Ruhig fließt die Wiesent durch das malerische Tal unterhalb des Schlosses Plankenfels. Es herrscht eine friedliche Stimmung im Tal. Die Tiere des Tales spiegeln diese Friedlichkeit wieder. Ihr quert dann eine kleine, stabile Brücke um die Uferseite zu wechseln.

Schloss Plankenfels – Steinerner Zeuge der Vergangenheit

1255 wurde in einer Testamentsurkunde als Zeuge ein Konrad von Plankenfels genannt und damit wurde vermutlich die Burg Plankenfels nach dem Verlust der nahegelegenen Burg Plankenfels errichtet.

Das Schloss erscheint urkundlich am 23. März 1403 als burggräfliches Lehen des Jorg von Plankenfels. Wahrscheinlich war das Schloss ursprünglich freies Eigen des Geschlechts. Auf ihn folgten Hans Konz, Jorg und Balthasar von Plankenfels.

Weitere Lehensträger waren Konz von Plankenfels, Friederich und Jorg von Plankenfels und zuletzt 1486 Jorg von Plankenfels.

Er war der letzte Plankenfels zu Plankenfels. Nach seinem Tode fiel das Schloss an die Markgrafenschaft Bayreuth. Die neuen Lehensinhaber von Plankenfels sind nun die Herren von Wichsenstein. Im Mai 1525 plünderten und zerstörten aufständische Bauern das Schloss Plankenfels.

1549 wurde das Schloss an Ernst von Rüssenbach verkauft. Die Herren von Rüssenbach besaßen ein Burggut im benachbarten Waischenfeld. Der Nordflügel wurde von 1554-56 wiedererrichtet. Nach dem Erlöschen des Geschlechts mit Sebastian von Rüssenbach fiel Plankenfels der Markgrafschaft Bayreuth zu, der Markgraf verkaufte es an Hans Gilg von Laineck 1573. Dem Lainecken folgte ein von Lüschwitz, der 1649 das Rittergut an Wilhelm Friederich von Schammelsdorf veräußerte.

Am 12. Juli 1786 wurde das Rittergut Plankenfels aus dem Lehensverband gelöst und dem Karl Georg Christoph Ernst von Schlammersdorf und seinem Bruder als freies Eigen überlassen.

1786 hat die Frau Hauptmännin von Egloffstein und Tettau die Rittergüter Plankenfels, Plankenstein und Wadendorf gekauft. 1881 wurde das Schloss und Rittergut dann an die Wirts- und Ökumenenwitwe Anna Maisel in Plankenfels verkauft. 1991 kaufte und sanierte die Familie Schmidt den Südflügel des Schlosses, dem 2007 der Erwerb des Nordflügels folgte.

(Quelle: Infoschild bei der Wiesent)

Ein schmaler Weg durch dichten, dunklen Auenwald und bei Nässe – schlammige Pfade erwarten uns. Bei der Neumühle knickt unser Pfad nach Westen ab, er führt uns aus dem Flußtal und auf eine helle, luftige Höhe. Der empfunden Gegensatz ist enorm. Die Temperatur, das Licht, der Wind, die Beschaffenheit des Weges drücken diesen Gegensatz eindrücklich aus und haben unmittelbaren Einfluss auf das Befinden des Wanderers.

Auf einer beträchtlichen Länge – von Waischenfeld bis nach Hochstahl – könnt ihr der Beschilderung des Fränkischen Gebirgsweg folgen, unsere Route nimmt den gleichen Verlauf. Hochstahl folgt. Eine ziemlich große Kirche, (St. Johannes der Täufer) die so an diesem Platz nicht unbedingt erwartete wurde, prägt das Ortsbild der Gemeinde. Bekannt ist der Gasthof Reichold in Hochstahl für sein selbstgebrautes Bier, es soll eines der besten Biere der Fränkischen Schweiz sein. Hier könnt ihr euch über das Gasthaus informieren.

Ich bin weitergewandert und habe ein paar Meter nach Hochstahl eine schöne Rastmöglichkeit gefunden (Bank mit Tisch). Für mich gut genug, um dort meinen Outdoor-Kaffee zuzubereiten. Zwei Kilometer später erreicht ihr schon das Gasthaus in Heckenhof, ein weiterer Gasthof welcher selbstgebrautes Bier anbietet. Das Gasthaus in Heckenhof ist für seinen schönen Biergarten weithin bekannt.

Auf der Homepage des Gasthauses wird unter anderem auch einiges interessantes, über die Geschichte des Gasthofes beschrieben. Nach Heckenhof führt unsere Route etwas in die Tiefe, wir streifen die Fuchslochhöhlen. Vom Pfad aus könnt ihr den ganzen Umfang der Höhlengegend gar nicht ausmachen. Ich habe anlässlich einer kleinen Wanderung, die interessant und umfangreiche Höhlengegend genauer untersucht. Hier der Verweis zu meinem Beitrag.

Ziemlich unaufgeregt führt unser Weg dann zum Ort Breitenlesau. Im Ort gäbe des das bekannte Brauereigasthaus Krug-Bräu. Das Gasthaus ist auch ein weiteres Ziel des Bierwanderweges. Nach einem guten Kilometer entlang von Feldern, Wiesen und Hallen mit Offenstallhaltung, beginnt dann der Abstieg in das Tal der Wiesent.

Sagen und Geschichten zwischen Breitenlesau und Waischenfeld

Im Wald bei Waischenfeld werden auf Geschichten und Sagen aus vergangener Zeit hingewiesen:

Vom Kirchenraub in Waischenfeld

Eines Nachts drangen Kirchenräuber in das Waischenfelder Gotteshaus ein und erbrachen den Tabernakel. Dann flüchteten sie mit den heiligen Geräten in Richtung Breitenlesau. Am nächsten Morgen entdeckte der Geistliche die schändliche Tat. Trotz sofortigen eifrigen Suchens war es nicht möglich, das Allerheiligste, den Kelch und die Hostien zu finden.

Einige Tage darauf weilte ein Schäfer mit seiner Herde in der Nähe der Ortschaft Breitenlesau bei der Waischenfelder Lind. Da beobachtete er, wie eines seiner Schaft mit den Vorderfüßen den Erboden wegscharrte. Plötzlich sah er einen leuchtenden Gegenstand.

Er grub sofort mit den Händen weiter und hielt den graubten Klech aus dem Waischenfelder Gotteshaus in seinen Händen. Man suchte weiter und fand in der Nähe der Hubenberger Linde die heiligen Hostien in der Erde vergraben. Aus Dankbarkeit errichtete man an diesen zwei Stellen Martern, die noch heute zu sehen sind.

Der steinerne Pflugschar

Vor langer Zeit gab es in Breitenlesau noch keinen Schmied. Die Bauern mussten deshalb immer die Waischenfelder Schmiede aufsuchen. Eines Tages stellte nun ein Breitenlesauer Bauer beim Ackern fest, dass seine Pflugschar schadhaft war. Da er aber keine Zeit hatte, schickte er seine Tochter mit der Pflugschar zum Schmied nach Waischenfeld. Um ihr das Tragen zu erleichtern, band er die Pflugschar dem Mädchen mit einem festen Strick um den Hals.

Dann schickte er sie auf den Weg. Die Bauerstochter kam jedoch nie wieder. Sie schien verschwunden. Als einige Breitenlesauer den Schmied in Waischenfeld nach dem Verbleib des Mädchens fragten, erfuhren sie zu ihrem Entsetzen, dass die Bauerstochter dort gar nicht angekommen war. So machte man sich auf den Weg um sie zu suchen.

Die Bauern hatten gerade den halben Weg zurückgelegt und waren an einem Felsen angelangt, da sahen alle zu ihrem Entsetzen das Mädchen tot am Boden liegen. Auf dem abschüssigen Weg, war es anscheinend ins Laufen geraten, der dicke Strick mit dem die eiserne Pflugschar an ihrem Hals befestigt war, hatte sich eingedreht und ihr die Luft abgeschnürt.

So musste sie, da keine Hilfe kam, eines furchtbaren Todes sterben. An dieser Stelle meißelte man später eine Pflugschar in den Felsen, die man heute noch hier sehen kann.

Ein traumhaftes Tal führt uns nach unten, links und rechts befinden sich fotogene Felsen. Schon wieder dieser Gegensatz: die lichte, luftige Hochebenen mit ihren landwirtschaftlich genutzten Flächen, zur wilden Schluchtenlandschaft mit den wunderlich, verzerrten Felsen.

Felsenensemble bei Waischenfeld
Felsenensemble bei Waischenfeld

Der Verkehrslärm der ST2191 dringt herauf und zerstört die gewohnte Ruhe. Wir nehmen dann den geteerten Gehweg um die restlichen kurze Wegstrecke bis hinein nach Waischenfels zurückzulegen.

Infos zur
Fränkische Schweiz Wanderung
Start/Ziel91344 Waischenfeld
Fischergasse
Dies ist eine Rundtour
RouteWaischenfeld, Nankendorf
Plankenfels, Neumühle,
Schressendorf, Hochstahl,
Heckenhof, Breitenlessau,
Waischenfeld
GPX-Track
8 Downloads
Dauer5,5 h
Länge24,2 km
Aufstieg285 Höhenmeter
Abstieg285 Höhenmeter
Höchster Punkt468 Höhenmeter
SchwierigkeitSteigungen, Gefälle
evtl. Rutschgefahr
Straßenverkehr
Wegeca. 61% Forst-u. Wirtschaftswege
ca. 28% geteerte Straßen
ca. 11% Pfade

Hinweis zur Verwendung des GPS-Tracks

Eine Übersichtskarte

Bilder der Tour

Eine weitere Wanderung bei Waischenfeld

Waischenfeld-Pottenstein-31 KM-511 HM

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