21. Oktober 2020

Der Hans-Edelmann-Rundweg bei Kulmbach

Beschilderung bei Kulmbach

Der Hans-Edelmann-Rundweg bei Kulmbach

Eine Herbst-Wanderung um die Stadt Kulmbach

Eine Übersichtskarte

W ir, Susanne, Yuki und ich starten den aussichtsreichen Hans-Edelmann-Rundwanderweg im Stadtteil „Aichig“ bei Kulmbach. Wir nehmen gleich die erste Ausfahrt von Untersteinach kommend und fahren in den Aichiger-Weg ein, die gepflasterte Straße hoch und können dort auch schon nach einem Parkplatz suchen. Wir befinden uns hier direkt auf dem Hans-Edelmann-Rundwanderweg. Die Straße dort führt ziemlich steil nach oben, genau richtig um die Muskeln aufzuwärmen und den Kreislauf in Schwung zu bringen. Wir hatten vor der Abfahrt nach Kulmbach noch darüber gerätselt ob wir das Navigationsgerät zu Hause lassen sollten um uns nur auf die vorhandene Wanderwegbeschilderung zu verlassen? Das wir es dann doch mitgenommen haben war ein guter Entschluß den es gibt einige wenige Bereiche an denen eine Beschilderung nicht oder nur schwer auszumachen war. Toller Sonnenschein empfängt uns Drei als wir oben angekommen sind, schnell sind die letzten Häuser des Stadtrandgebietes hinter uns verschwunden. Apfel- und Birnbäume…

…tragen reife Früchte und laden zu einer Versuchung ein. Rote Äpfel, saftige Birnen, einst Blüte, sind im Jahr zur Frucht gereift. In reinster Form gibt die Natur, ohne auf sich zu achten. Achtsamkeit ist unser Dank für diese Gaben. Der Schritt ist federnden auf den naturbelassenen, schmalen Pfaden die durch schattige Wälder führen. Wir fühlen uns als Gäste willkommen dort wo wir mit unseren Füßen die Erde berühren. Hoch über Kulmbach wandern wir entlang der Ausläufer des Frankenwaldes in deren Mitte die Stadt liegt. Beim Stadtteil „Ziegelhütten“ kehren wir ins Stadtgebiet zurück, liebevoll haben die Eigentümer der alten Sandsteinhäuser ihre Anwesen gehegt und gepflegt, sichtlich bemüht den Charme und die Originalität der alten Häuser zu erhalten. Nichts stört die Harmonie – es fällt schwer sich loszureißen um weiter zu gehen. Es ist Viertel vor Zwölf, die Aussicht auf ein gemeinsames, schmackhaftes Mittagsessen im Wirtshaus hat eine Familie zusammengeführt, unsere Linien überschneiden sich für einen Moment und jeder trägt seine Erinnerung daran weiter.

Die Kraft der Natur gesehen beim Hans Edelmann Weg

Zum Zusammenfluss des Maines

Viele Straßen die abzweigen, leider sehen wir hier keine Ausschilderungen die den Fortgang unseres Weges zeigen – das Navigationsgerät ist wieder zu Diensten. Yuki hat wieder einmal mit Artgenossen zu tun: Freundlich begrüßen sich die beiden Tiere, umrunden und beriechen sich um sich kennen zu lernen. Freundliche Menschen haben freundliche Hunde – auch wir geben uns einem kurzen und angenehmen Plausch hin. Die „Kiesswäsch“ das Naherholungsgebiet „Mainaue“ ist erreicht, die 13 Kilometer Marke geknackt. Wir finden gleich hinter den Hecken eine Bank mit „Seeblick“. Für unsere obligatorische Pause nach diesem Abschnitt ist es hier ein guter Platz. Wir freuen uns schon darauf das das „Rucksackcafe“ wieder seine Pforten öffnend. Habe für heute Kaffee, Nüsse und Nudelsuppe dabei. Drei Hände Nüsse, dazu ein heißer Topf Kaffee, Susanne mag es exquisiter, sie hat ihre Käsestullen wieder dabei, ihr „Superfood“ und schmackhafter Energielieferant. Die Atmosphäre am Seeufer empfand

ich als unwohl, beim Betreten des Geländes signalisieren Schilder das hier Hunde und Reiter unerwünscht sind. Der aus dem Fichtelgebirge kommende Weiße Main vereinigt sich bei Melkendorf mit dem im Veldensteiner Forst entspringenden und aus Bayreuther Richtung kommenden Roten Main. Wir queren eine Brücke, ein „Dorfwegla“ führt uns nach Melkendorf hinein. Stark befahren ist eine vom Westen kommende Einfallstraße nach Kulmbach hinein. Erdbewegungen, Narben in der Landschaft – eine Umgehungsstraße wird gebaut, soll den Menschen vom Dorf mehr Lebensqualität bringen,  fahren tun sie dennoch die vielen Fahrzeuge, später halt nur etwas versetzt. Wir wandern auf wenig befahrener geteerter Straße.

Der Rehturm bei Kulmbach

Yuki steigt auf den Rehturm

Das Land ist weit, gut lässt sich der Verlauf des hinter uns gelassenen Weges durch den freien Blick in Richtung Norden abschätzen.  Mangersreuth ist erreicht, vor der Kirche dort postieren sich soeben eine Gruppe von Blechbläsern – Kaffee und Kuchen sind im Angebot – Sonntagnachmittag am Wahlsonntag 2017 – Bierzeltgarnitur mit weißen Tischdecken. Uns zieht es weiter wir queren die B85, vorbei an Sporthallen, vorbei an Plosenberg, berühren unsere Schuhe schon bald wieder federnden Waldboden, die Laubbäume bereiten sich ganz langsam und sachte auf den nahenden Herbst vor, hoch oben in den Wipfeln beginnt der Baum seine Blätter abzustoßen.
Der Pfad geht in die Steigung, es ist sehr angenehm auf diesem Weg zu sein, die Wurzelpfade, die Steigungen fordern die bisher weniger genutzten Muskelgruppen und schaffen so einen Ausgleich. In gleichmäßigem Lauf erklimmen wir den Hügel und oben angekommen geht es bis hin zum „Rehturm“. Uns plagt Hunger und Durst, wir haben Kilometer 24 an diesem Tag erreicht.Bänke stehen schon unweit des Turmes bereit. Wir freuen uns auf die Rast, Susanne auf warmen Kaffee und ich auf meine Instand-Nudelsuppe. Es tut sehr gut etwas Warmes im Magen zu haben.

Susanne – von Müdigkeit keine Spur, lässt es sich nicht nehmen, den „Rehturm“ über die Wendeltreppe hoch zulaufen. Yuki sollte folgen, erst froh zu liegen, dann nicht wissend was zu tun ist? Ziemlich lange ließ sie ihre Gedanken kreisen. Es war klar Sie musste Susanne folgen, sie wusste nur ich wann? Mit strahlenden Augen und einem Lachen im Gesicht trat Susanne aus dem Turm sie hat Yuki, wieder mit nach unten gebracht. Die Neugier hatte Yuki dann doch nach oben getrieben. Väter unterrichten ihre Kinder anhand der aufwändig gestalteten Schautafeln entlang eines Naturlehrpfades, der im Wald beim “Rehturm” angelegt wurde.   Mütter kümmern sich um ihre schlafenden Kinder. Friedlich und achtsam geht es zu, sie lassen sich einnehmen vom Zauber der Natur.
Leicht abwärts – führt uns der Weg hinaus aus den Wald, durch Stephansreuth und hoch bis Leithen, dann ist unser Weg nicht mehr auszumachen, die Beschilderung fehlt! Wir folgen unserem Gefühl und der Anzeige des Navigationsgerätes und nehmen eine Abkürzung die durch die Hecke und über ein Feld führt. Nach wenigen Metern zeigt uns Navigationsgerät an, das wir wieder auf “Linie” sind.

Wegweisung

Der Gang ist flüssig, wir fühlen uns großartig, die Gedanken sind bei der Sache – Laufen ist alles was zu tun ist um sich wohl zu fühlen! Die „Wolfskehle“ ein Stadtteil Kulmbachs liegt links unter uns als wir auf Waldpfaden der Plassenburg entgegen laufen. Die Plassenburg wird heute nur gestreift und ein Foto soll genügen. In östlicher Richtung queren wir den Hang um dann in Richtung des Weißen Maines abzusteigen, über die Brücke und dann entlang der Bahntrasse, nur noch wenige Meter und wir haben unser Fahrzeug wieder erreicht.

Der Start der Wanderung